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Analysen

EDIH: Was die Kommission erwartet und wie Sie es belegen

European Digital Innovation Hubs werden daran gemessen, wie sehr sich die von ihnen betreuten Unternehmen tatsächlich weiterentwickeln. Eine solide Tool-Strategie entscheidet, ob ein Hub nur Behauptungen aufstellt oder Ergebnisse nachweist.

15. April 2025 · 2 Min. Lesezeit

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Michael Aim

Michael Aim

Gründer & CEO

European Digital Innovation Hubs (EDIH) nehmen in der europäischen Digitalpolitik eine besondere Stellung ein: Sie sind zugleich Anlaufstelle für KMU und öffentliche Verwaltungen und Instrument einer kontinentalen Strategie zur digitalen Aufholjagd. Diese doppelte Rolle hat ihren Preis: Die Kommission erwartet von ihnen belegbare Ergebnisse, keine Absichtserklärungen.

Im Kern der EDIH-Arbeit steht der Fortschritt: Die digitale Reife eines Unternehmens wird zu Beginn bewertet, das Unternehmen begleitet, anschließend erneut bewertet, und der zurückgelegte Weg wird sichtbar gemacht. Multipliziert mit hunderten betreuten Unternehmen über mehrere Jahre hinweg lässt sich das nicht mehr in Tabellenkalkulationen abbilden.

Worauf die Kommission wirklich achtet

Das EDIH-Programm stützt sich dabei auf ein offizielles Instrument: den Digital-Reife-Test, der den Begünstigten zu Beginn und im Verlauf der Begleitung vorgelegt wird. Das ist keine Formalität, sondern der zentrale Indikator des Programms: Er macht den Fortschritt sichtbar, den ein Hub für seine Region erzielt.

Hinzu kommen das Volumen der Begleitungen, die Qualität der erbrachten Leistungen und eine Frage, die in den Ausschreibungen zunehmend an Gewicht gewinnt: die Nachhaltigkeit. Ein Hub muss zeigen, dass er auch nach Auslaufen der Förderung bestehen kann, mit einem Servicemodell und einer Tool-Ausstattung, deren Kosten langfristig kontrollierbar bleiben. Ein Tool-Budget, das auf drei Jahre angelegt ist, statt auf ein Jahr, gehört zu dieser Antwort.

Die zweite Welle setzt die Messlatte höher

Verlängerungsanträge verändern die Natur der Bewertung: Ein Hub, der sich um eine zweite Phase bewirbt, wird nicht mehr an einem Projekt gemessen, sondern an einer Bilanz. Wie viele Unternehmen wurden begleitet, welcher Fortschritt wurde gemessen, wie tragfähig ist das Modell über die Förderung hinaus: Die Fragen der Kommission werden mit Daten beantwortet, nicht mit Absichten.

Hubs, die ihre erste Phase konsequent instrumentiert haben, verfügen bereits über das nötige Material: Ihre Fortschrittskurven je Begünstigtem bilden das Herzstück des Antrags. Die anderen stellen fest, dass sich drei Jahre Messung im Nachhinein nicht rekonstruieren lassen.

Die Tool-Strategie als Rückgrat

Ein Hub, ob Antragsteller oder bereits aktiv, sollte seine Tool-Ausstattung daher als strategische Entscheidung behandeln, nicht als Kostenposten. Entscheidend sind: ein einheitlicher Bewertungsrahmen für alle Begleitungen, damit sich die Daten addieren lassen; eine Datenerfassung, die nicht auf manuellen Nachfragen beruht, denn genau das zehrt die Teams aus; eine Konsolidierung, die die von der Kommission geforderten Kennzahlen ohne Nachbearbeitung liefert; und die Fähigkeit, jeden Begünstigten über die Zeit hinweg zu verfolgen, von einem Reife-Test zum nächsten.

Der klassische Fehler liegt im Gegenteil davon: ein Tool pro Dienststelle, Exporte, die abgeglichen werden müssen, und ein Reporting-Verantwortlicher, der am Quartalsende damit beschäftigt ist, das nachzubauen, was die Plattform eigentlich von selbst hätte liefern sollen.

Diesen Ansatz haben Hubs wie EDIH Ireland oder EDIH Occitania mit Datamensio gewählt: der Reife-Test zu Beginn, die Fortschrittsmessung während der Begleitung und die konsolidierte Auswertung für das Programm-Reporting. Dasselbe Prinzip gilt für benachbarte Konsortien wie EEN oder Interreg: verstreute Partner, ein gemeinsamer Rahmen, ein konsolidierter Nachweis.